Menschen, Halblinge und Kender

Geschichte / Zeitrechnung


Geschichte der Menschen, Halblinge und Kender

Aufgrund religiöser Streitigkeiten war eine Gruppe von Menschen aus den Mittellanden gezwungen, sich von ihrer Kultur abzuspalten und sich auf die Suche nach einer neuen Heimat zu begeben. Sie verließen mit Schiffen ihre Welt und erreichten nach einer langen und verlustreichen Reise schließlich die Insel Kaefondéra. Sie wurden begleitet von einigen Halblingen, die ihre Heimat aus persönlichen Schwierigkeiten heraus verlassen hatten, und zum Leidwesen aller hatten sich auch einige reiselustige Kender mit an Bord geschlichen. Auf den überfüllten Schiffen und der langen Reise wurden sie zu einer schier unerträglichen Qual für Menschen und Halblinge und trieben so manchen Seemann in den Wahnsinn. (Noch heute existiert daher auf Kaefondéra das Sprichwort „Hattest wohl nen Kender an Bord“, wenn jemand sich seltsam gebärdet.)

 

Zeitrechnung

Die Zeitrechnung der Menschen beginnt in dem Jahr, in dem sie Kaefondéra erreichten. Gegenwärtig schreiben sie das Jahr 2115. Den Jahreswechsel legten sie ebenfalls auf ihren Ankunftstag, den 6. April, da sie mit ihrem früheren Leben abschließen wollten. Sie nannten ihn „Tag der erfüllten Hoffnungen“, und jedes Jahr halten sie, um symbolisch an den Neuanfang zu erinnern, eine große Wiedergeburtszeremonie ab.

Um sich mit den anderen Völkern (damals nur Echsen und Elfen) besser verständigen zu können, übernahmen sie jedoch, wenn sie mit diesen in Kontakt traten, die Zeitrechnung der Echsen. 

 

 

Regierungsform

 

Menschen

Das Reich der Menschen wird von einem König regiert, der seinen Herrschersitz in der Hauptstadt Néfra hat. Zur Zeit hat König Trohal IV. das Herrschersamt inne. Außerdem ist das Land in verschiedene Fürstentümer gegliedert. Einmal im Jahr findet eine Ratsversammlung statt, an der der König, sämtliche Fürsten und die Bürgermeister der drei großen Städte sowie – aufgrund der geographischen und historischen Verbundenheit - der Sprecher der Halblinge und drei ihrer Ältesten teilnehmen.

Großen Einfluss im Königreich der Menschen übt die jeweilige Hohepriesterin aus, zur Zeit ist es die ehrwürdige Marjana.

In den drei großen Städten teilen sich jeweilige Hohepriesterin und ein auf fünf Jahre gewählter Bürgermeister die Macht. Das Amt des Bürgermeisters ist ehrenamtlich und kann daher in der Regel nur von Adligen oder reichen Bürgern eingenommen werden. Wahlberechtigt ist jeder Mensch mit der Vollendung des 19. Lebensjahres. Während der Bürgermeister für die Sicherheit der Stadt zuständig ist, kümmert sich die Hohepriesterin um Kultur, Bildung, Gesundheitswesen und religiöse Fragen.

 

Halblinge

Während ihre Städte und Dörfer von den jeweils vier Ältesten verwaltet werden, wird der „Sprecher der Halblinge“ alle zwei Jahre von den Ältesten aller Städte und Dörfer gewählt. Für diesen Posten wird jedoch meistens ein jüngerer Hobbit bevorzugt. Die Ältesten sind  für die inneren Angelegenheiten wie Erhalt der Traditionen, Ackerbau und Sicherheit zuständig, wofür sich nach Ansicht der Halblinge ein lebenserfahrener Hobbit am besten eignet. Hingegen ist der Sprecher für die Vertretung ihres Volkes nach außen zuständig und sollte somit kompromissbereiter sein und geneigt, sich neuen Ideen zu öffnen, wofür die aufgeschlossene und abenteuerlustige Jugend besser geeignet ist.

 

Kender

Sie haben im Grunde genommen keine Regierungsform. In ihren wenigen Dörfern gibt es nur ein Prinzip, nach dem sie leben: „Alles gehört jedem.“ bzw. „Alles gehört mir, aber nichts für immer.“ Man sollte ihnen jedoch zugute halten, dass sie sich an diese Regel auch konsequent halten, auch in Bezug auf Angehörige anderer Völker. Doch da die Kender, die in den großen Städten der Menschen leben, nicht von ihrer Einstellung zum Eigentum abzubringen sind, kennen die meisten von ihnen schon nach kurzer Zeit sämtliche Gefängnisse der Menschen auswendig.

 

Zwar haben alle Völker Kaefondéras eine eigene Zeitrechnung, doch kam es deswegen bei Kontakten zwischen  den verschiedenen Spezies immer wieder zu Verwirrungen. Daher einigte man sich darauf, dass als allgemeine Zeitrechnung der Insel die der Ureinwohner, also der Echsen anerkannt wurde. Wenn zwei Angehörige verschiedener Völker miteinander sprechen, rechnen sie also nach EZ, echsischer Zeit. 

 

 

Geographie und Städte

 

Das Gebiet der Menschen im Südosten Kaefondéras ist hauptsächlich eine große, fruchtbare Ebene, auch wegen der großen Flüsse und Seen, die sie durchziehen. Es wird viel Getreide angebaut, v.a. Weizen sowie Flachs zur Leinenproduktion. Auch Viehzucht ist ein einträgliches Geschäft. Der Wald besteht überwiegend aus Rotbuchen und Eichen, ist aber auch mit Fichten durchsetzt.

In den großen Städten der Menschen ist es ganz normal, auf Angehörige anderer Kulturen zu treffen, seien es Elfen, Zwerge, Orks, Echsen oder auch seltenere Wesen. Sie werden dort sogar in der Regel nicht mehr beachtet als die Menschen selbst.

 

Die Städte und Dörfer der Menschen

 

Name Néfra
Einwohner 28.000 (76% Menschen, 8% Zwerge, 7% Echsen, 5% Kender, 5% Grüne Orks, 3% Halblinge, 5% Übrige)
Regierungsform Bürgermeister mit Rat und Hohepriesterin haben das Sagen
Tempel

In Néfra befindet sich einer der vier großen Tempel der Menschen. Patron: Endrakin, der Engel des Wohlstandes;

Besonderheiten
 
Hauptstadt und Regierungssitz des Menschenkönigreiches mit königlicher Residenz; weiße Magierakademie (Heilung); Medizinakademie; Künstlergilde; Botschaft der Elfen;
Die Stadt ist bekannt für ihre Glasherstellung und die weißen Handelsschiffe; große Hafenanlage;

 

 

Name Küstenstadt
Einwohner 21.000 (größtenteils Menschen)
Regierungsform Bürgermeister mit Rat und Hohepriesterin haben das Sagen
Tempel

einer der vier großen Tempel der Menschen; Tempel für Frieden und Liebe; Patronin: Yaramis, Engel der Liebe;

Besonderheiten
 
weniger Seehandel als Néfra obwohl auch an der Küste gelegen; Salzhandel über einen Seeweg zu den Sandechsen; liegt in einer fruchtbaren Ebene; viele Handwerker, die v.a. Bier und Leinen, aber auch Papyrus herstellen; graue Magierakademie (Kampfmagie); Kriegsakademie; berühmtes Rathaus;

 

 

Name Silberstadt
Einwohner 25.000 (63% Menschen)
Regierungsform Bürgermeister mit Rat und Hohepriesterin haben das Sagen
Tempel

einer der vier großen Tempel der Menschen; Tempel für das Leben; Patron: Lendos, Engel des Lebens;

Besonderheiten
 
günstige Lage zwischen den beiden Handelsstraßen der Menschen; Anlaufpunkt für Kaufleute, Reisende und Flüchtlinge jeder Art; viele Gasthäuser; wegen seiner Lage auch von diplomatischer Bedeutung (viele Ratsversammlungen fanden hier statt);
Gasthäuser Zum Schäumenden Bier; Zum Funkelnden Drachen; Silberkrug; Zum Brüllenden Bär

 

 

Name Seestadt
Einwohner 12.500 (95% Menschen)
Regierungsform Rat mit Bürgermeister
Tempel

einer der vier großen Tempel der Menschen; Tempel für die Fruchtbarkeit; Patronin: Salabris, Engel der Fruchtbarkeit;

Besonderheiten Papyrusherstellung; viel Fischfang;

 

 

Flora und Fauna

 

Die Tierwelt der Menschenebene 

Im Wald sind die üblichen Wild- und Raubtiere zu finden, v.a. Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse und Wölfe. Auch die eher seltene Silberkatze ist hier verbreitet, deren Pelz sehr geschätzt wird. Außerdem geht das Gerücht, dass es in diesem Wald Einhörner geben soll, aber noch keiner konnte glaubhaft versichern, eines gesehen zu haben.

In der Ebene sind eher kleinere Tiere wie Kaninchen, Wiesel und Mäuse anzutreffen. Wegen der letzteren leben in diesem Gebiet auch viele Falken (in den Städten Turmfalken). Weitere verbreitete Vögel sind Eulen, Elstern, Krähen, verschiedene Singvögel und Tauben. An der Küste sind Möwen häufig, Adler sind im Gebiet der Menschen eher selten zu sehen.

 

 

Religion

 

Menschen

Die Religion der Menschen von Kaefondéra ist der Grund, weswegen sie einst gezwungen waren, ihre Heimatwelt zu verlassen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen verehren sie nur Incarsum als Gott. Die anderen Götter sind in ihrer Glaubensvorstellung Engel, zwar mächtige, unsterbliche Wesen, aber eben keine Gottheiten. Und auch, was diese Engel betrifft, haben sie ihr eigenes System, nicht jeder Engel ist ohne weiteres mit einem der üblichen Menschengötter gleichzusetzen. Ihrem Glauben nach ist Incarsum der ursprüngliche Schöpfergott. Sie sehen ihn als den allumfassenden, personifizierten Kosmos, eine universelle Kraft. Seine drei ersten Kinder sind die Erzengel von Sonne, Erde und Mond. Diese drei Geschwister beschlossen, gemeinsam das Universum, vor allem aber die Erde zu gestalten. So entstanden u.a. die Menschen, die als gesegnete Wesen gelten, erschaffen von Sonne und Mond. Die Erde selbst schuf zur selben Zeit ein lebenswürdiges Umfeld für die Menschen und alle anderen Wesen. Auf diese Weise wurden auch die Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft geboren. Doch mit dem Entstehen der Menschen erschienen nicht nur positive Aspekte, sondern auch immer ihr jeweiliges Gegenstück, z.B. Tod, Armut, Krankheit und Krieg. Die Religion der Menschen beruht also auf der Vorstellung, dass zwei gegensätzliche Aspekte sich immer die Waage halten müssen und passte damit von Anfang an sehr gut zur Philosophie der echsischen Ureinwohner Kaefondéras.

 

Incarsum

Er gilt als ursprünglicher Schöpfergott, der die Entstehung von Leben erst ermöglichte. Er zeigt jedoch kein sonderliches Interesse an den Menschen, kümmert sich weder um ihr Wohlergehen noch um ihr Verderben. All seine Sorge gilt seinen drei Kindern, Sendarius, Findariel und Maharilla, und deren direkten Nachfahren. Nur wenn er glaubt, eines von ihnen benötige seine Hilfe, greift er in den Lauf der Dinge ein. Von den Menschen wird er zwar als allumfassender, ungreifbarer Vater aller Dinge mit tiefem Respekt geehrt, jedoch wird nicht zu ihm gebetet, um sein Wohlwollen oder seine Unterstützung zu erhalten. Es werden ihm weder Tempel gebaut, noch Opfer dargebracht oder Gottesdienste für ihn abgehalten.

 

Erzengel

Sendarius (Sonne) und Findariel (Mond)

Dieses Geschwisterpaar erschuf Sonne und Mond und ist auch gemeinsam für die Erschaffung der Menschen verantwortlich. Sie sind das Sinnbild eines vollkommenen Bündnisses und einer perfekten Verschmelzung. Meist werden sie deshalb auch gemeinsam verehrt. Sie gelten als Beschützer der Ehe und der Familie genauso wie aller anderen engen Bündnisse, zum Beispiel auch der Orden.

Bei der Erschaffung ihrer Kinder, der Menschen, wollten sie ihnen vier Lehrer, Wächter und Beschützer zur Seite stellen, und so wurden die vier Engel Leben, Liebe, Fruchtbarkeit und Wohlstand geboren. Doch schon bald stellte sich heraus, dass – im Gegensatz zu ihren Meistern – die Menschen nicht vollkommen und durch und durch gut waren. So fühlte sich Findariel, die die dunkle Seite ihrer Kinder besser verstehen konnte, dazu veranlasst, die jeweiligen Gegensätze der ersten vier Engel zu erschaffen: Tod, Krieg, Krankheit und Armut.

Sendarius und Findariel bilden zwar eine Einheit, besitzen jedoch keineswegs dieselben Eigenschaften. Der Erzengel der Sonne steht für den Tag, die Warmherzigkeit und die Hilfsbereitschaft, genauso wie die Leidenschaft und die Kampfeskraft. Er schenkt Wärme, ist gütig und bringt das Licht. Seine Schwester Findariel hingegen, der Erzengel des Mondes, steht für Geheimnisse, Mystik und Magie. Sie schenkt Hexen und Magiern die Möglichkeit, ihre Kräfte zu entfalten und steht für die Emotionalität, während Sendarius die Rationalität verkörpert. Während Findariel den Menschen Intuition und den Sinn für Kunst schenkte, kommen von Sendarius Geistesgaben wie Logik und abstraktes Denken, aber auch die List.

 

Maharilla (Erde)

Sie ist eines der drei Kinder von Incarsum, die er schuf, um Gesellschaft zu haben und vor allem, um sich selbst verstehen zu lernen. Maharilla beschloss, zusammen mit ihren Geschwistern Sendarius und Findariel das Werk ihres Vaters fortzusetzen, und so erschuf Maharilla die Erde und die Minderen Erzengel von Feuer, Wasser, Luft und Erde. Da sie somit den größten Beitrag zu dem Planeten, auf dem später die Menschen leben sollten, geleistet hatte, konzentrierte sie sich auch weiterhin auf die Erschaffung der Pflanzen, Tiere und einiger anderer Völker.

 

Mindere Erzengel

Die vier Elemente: Iryan (Wasser), Carnella (Feuer), Pruyan (Erde) und Myranil (Luft)

Diese vier Geschwister, Kinder des Erzengels Maharilla, haben die Erde und die Natur entscheidend geprägt. Sie sind absolut neutral und weniger am Leben der Menschen interessiert als die meisten anderen Engel. Ihre Kinder, denen ihre Aufmerksamkeit gilt, sind all die Elementare, Geister und Nymphen, die die Wälder, Gewässer und Berge der Welt bewohnen. Diese vier Engel werden von den Menschen verehrt, um ihr Wohlwollen zu gewinnen und ihren Zorn, wie Brände, Überschwemmungen, Erdbeben oder Stürme, zu vermeiden. Allen Menschen ist bewusst, wie sehr sie auf die Gaben von Iryan, Carnella, Pruyan und Myranil angewiesen sind, und für diese Gaben danken sie ihnen. Jedoch wissen sie nur allzu gut, dass man ihren Zorn und ihr Temperament nicht unterschätzen sollte.

 

Engelpaare

Lendos (Leben) – Virinya (Tod)

Lendos, der Engel des Lebens ist der älteste der acht Geschwister, und für die Menschen wohl auch der wichtigste. In allen Städten und Dörfern sind ihm Tempel und Schreine geweiht, denn er ist derjenige, der Leben schenkt. Zusammen mit seinen Schwestern Yaramis und Salabris, Liebe und Fruchtbarkeit, erschafft er das geheimnisvolle Gut des Lebens, wobei Lendos jedoch den entscheidenden Teil beiträgt. Yamaris ist diejenige, die den Menschen die geeignete Verbindung schenkt, um neues Leben hervorzubringen. Salabris befähigt den Mann, ein Kind zu zeugen, und vor allem schenkt sie der Frau die Möglichkeit, es auszutragen. Lendos jedoch schenkt dem Kind selbst die Kraft, zu leben und die Energie, die das ganze Leben lang durch seine Adern fließen und seinen Handlungen Flügel verleihen wird.

Virinya ist wohl die am schwierigsten zu Begreifende von allen Engeln. Ihre Wege und Ziele sind den Menschen meist ein Rätsel. Sie leibt es, ihre Vorhaben niemandem zu offenbaren, und schon gar nicht den Sterblichen. Dennoch ist Virinya wohl die einzige von den vier dunklen Geschwistern, die man nicht als böse bezeichnen kann. Sie handelt nicht aus Hass oder Genugtuung, sondern aus reiner Vernunft und Notwendigkeit an der Sache. Vielleicht ist sie auch die einzige von den acht, die verstanden hat, dass es für eine Seele eine Qual sein muss, ewig auf der Erde zu wandeln. Folglich ruft sie sie nach einer Weile zu sich zurück, um sie entweder nach einer Zeit wieder ihrem Bruder zuzuführen oder sie für immer bei sich zu behalten. Somit schließt sie den ewigen Kreislauf des Lebens, damit er wieder von vorne beginnen möge. Womöglich ist das manchmal auch ihre Art, die Menschen vor ihren drei jüngeren Geschwistern zu schützen. Es werden ihr sogar Tempel erbaut und ganze Orden folgen ihren Pfaden. Für sie ist der Tod eine notwendige und durchaus auch positive Folge des Lebens. Es gibt sogar jene, die den Tod als größtes Geschenk an die Menschen verstehen und sich ein ganzes Leben lang darauf vorbereiten. Selbstmord betrachten sie jedoch als feige und unehrenhaft, da man Virinyas Prüfungen dreist umgehen und zudem ihren älteren Bruder Lendos beleidigen würde.

 

Endrakin (Wohlstand) – Farmilla (Armut)

Auch bei Wohlstand und Armut wird Farmilla lediglich verehrt, um sie zu besänftigen. Endrakin ist vor allem der Patron der Kaufleute, für die Wohlstand zwar greifbar nahe ist, die aber trotzdem darum bangen müssen. Die arme Bevölkerung ist es, die Farmilla anfleht, ihren Griff nicht allzu sehr zu verstärken, und meist bitten sie auch ihren Bruder Endrakin um Unterstützung.

 

Salabris (Fruchtbarkeit) – Trikamon (Krankheit)

 

Yaramis (Liebe) – Chalos (Krieg)

Man sollte meinen, Yaramis sei für viele Menschen einer der wichtigsten Engel. Dies trifft vor allem aud die Adligen und Wohlhabenden zu, da sie sich nicht um allzu viele andere Probleme kümmern müssen. Arme Leute, wie Bauern oder Tagelöhner, finden hingegen für den Engel der Liebe oft weniger Zeit, als sie sich wünschen würden. Yaramis steht aber nicht nur für die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern genauso für die Liebe, die man zu seinen Kindern, Freunden oder Verwandten empfindet. Yaramis ermahnt die Menschen zu Nächstenliebe, Harmonie, Friede und Toleranz, vor allem auch zur Liebe seinen Feinden gegenüber. Chalos hingegen versucht mit allen Mittel, Zwietracht unter den Menschen zu säen, ihnen Hass, Eifersucht und Streitsucht in die Gedanken zu pflanzen. Und mit Genugtuung verfolgt er die Früchte seiner Arbeit. Wie ein Spiel ist für ihn das Schrecklichste seiner Werke, der Krieg, und er genießt es, diesen so grausam wie möglich zu gestalten. Was die Menschen betrifft, so beten sie in Friedenszeiten darum, seinen üblen Machenschaften und süßen Verlockungen widerstehen zu können. In Kriegszeiten flehen sie ihn an, Gnade walten zu lassen und auf den Schlachtfeldern nicht zu sehr zu wüten.

Ohne Zweifel ist Chalos der grausamste unter den vier dunklen Engelsgeschwistern. Keiner ist in der Lage, so viel Hass zu empfinden wie er, und niemandem bringt er so viel Hass entgegen wie seiner Schwester Yaramis. Er verachtet ihre Ziele und ihre Liebe den Menschen gegenüber. Er selbst liebt nur eine einzige Person, seine Mutter Findariel, den Erzengel des Mondes. Die Menschen hasst er nicht, er verachtet sie lediglich. Doch auf verzerrte Weise liebt er sie wohl auch, immerhin sind sie seine einzige Unterhaltung. Es ist eine bizarre Mischung aus unendlicher Verachtung und entstellter Liebe, die sein Verhältnis zu den Menschen ambesten beschreibt. Sie sind sein Spielzeug.

Eine Frage, über die sich die Priester und Kleriker völlig im Unklaren sind, ist das Verhältnis von Yamaris zu ihrem Bruder. Ist er vielleicht die einzige Person, die auch sie hasst oder folgt sie auch hier ihren Vorstellungen? Respektiert sie ihn gar als notwendigen Gegenpol zu sich selbst und bringt sie ihm auf ihre eigene Art und Weise Liebe entgegen?

 

Die Entstehung der anderen Völker

Nach der Erschaffung der Welt durch Maharilla schufen sich ihre Kinder, die vier Elemente, gemeinsam eine Tochter, die Natur, und beschlossen, sie sollte als einzige unter den Engeln dazu bestimmt sein, auf der Erde zu weilen. Sie sollte die Botschafterin der vier bei den Sterblichen und für Pflanzen und Tiere eine Beschützerin sein. Also begab sie sich in einen der alten Wälder, die nun schon lange nicht mehr existieren, denn die Wälder schienen ihr einerseits Ruhe zu spenden, aber andererseits auch die verletzlichste aller Gegenden zu sein, weil dort das meiste Leben existierte. Sie lebte dort als Königin unter den Naturgeistern und Waldwesen. Eines Tages, viele Zyklen später, geschah es, dass sie sich in den Schutzgeist dieses alten Waldes verliebte, und er erwiderte ihre Liebe. Nach einer gewissen Zeit bekam sie Zwillinge, und so wurden die ersten Elfen geboren, lange bevor je ein Mensch das Licht der Welt erblickte. Und seit dieser Zeit folgte sie ihren Kindern, wo auch immer ihr Weg sie hinführte, und ließ sich unbemerkt, in einiger Entfernung von ihnen nieder. Es heißt, heute lebe sie in einem kleinen Wald im südlichen Teil Kaefondéras. Der Waldgeist wollte seine Geliebte begleiten, doch war es ihm nicht möglich, den ihm anvertrauten Wald zu verlassen. So beschwor er die Kräfte der Elemente und bat sie, ihm eine andere Gestalt zu geben. Sie gewährten seinen Wunsch, und fortan folgt er dem Engel der Natur in Gestalt eines Einhorns. Wanderer berichten, sie hätten am Rande des Menschenkönigreiches ein schwarzes Einhorn gesehen ... Die Elfen werden von den Menschen sehr respektiert und auch bewundert, weil sie die ältesten aller Sterblichen und wahrhaftige Kinder eines Engels sind. Es heißt, begrenzt in seinem Wesen, doch unbegrenzt in seinen Träumen, sei der Elf ein gefallener Engel, der sich an den Himmel erinnert.

 

Der Orden von Sendarius und Findariel (Die Sendafin)

Dieser Orden verehrt den Erzengel der Sonne, Sendarius, und den Erzengel des Mondes, Findariel, gleichermaßen. Der Orden besteht sowohl aus Kriegern als auch ais Priestern, wobei die Kämpfer der Sonne zugeordnet sind, und die Kleriker dem Mond. Wenn Krieger und Kleriker gemeinsam unterwegs sind, was meistens der Fall ist, verhält es sich in der Regel so, dass bei Tag der ranghöchste Offizier das Sagen hat, in der Nacht aber der oberste Priester.

Die Mitglieder des Ordens von Sendarius und Findariel, kurz die Sendafin, glauben, dass das Gleichgewicht das höchste erstrebenswerte Ziel ist und passen somit sehr gut zur Philosophie der Echsen. Die Farben des Ordens sind schwarz und weiß, und er ist für Angehörige aller Völker offen, Menschen gehören ebenso dazu wie Halbelfen, Zwerge, Echsen, Halblinge und sogar Halborks.

 

Halblinge

Die Halblinge glauben, was wegen ihrer Erdverbundenheit nicht verwunderlich ist, an die Mutter Natur. Sie sehen die Natur selbst als göttliches Wesen, durch das das Leben auf der Erde ermöglicht wird. Als Verkörperung der Natur sehen sie einen großen Baum, meist eine Buche oder Linde, der alle vier Jahreszeiten gleichzeitig durchlebt. Das einzige festgeschriebene Fest zu Ehren von Mutter Natur ist das dreitägige Erntedankfest, an dem eine Art Gottesdienst abgehalten wird. Sie danken der Natur durch ihre Opfergaben für ihre Gunst im vergangenen Jahr und bitten sie um Schutz und Geleit für das kommende. Denn diese Zeremonie begrüßt bei den Halblingen zugleich auch den Beginn des neuen Jahres. Anschließend folgt ein großes, zweitägiges Fest mit einem riesigen Gelage.

Ansonsten gedenken sie ihrer „Göttin“ eher alleine und im Stillen. Die Natur ist allgegenwärtig, in jedem Baum, jeder Blume, jedem Grashalm, im Wind ebenso wie im Wasser. Die Verehrung der Halblinge gegenüber der Natur beschränkt sich darauf, das Leben zu genießen und in jedem Tier oder jeder noch so kleinen Blume ihre Vollkommenheit zu entdecken, den Frühlingswind genauso zu genießen wie einen heftigen Herbststurm oder einfach stehen zu bleiben, um eine uralte Buch lange und ausgiebig zu bewundern. Ihr höchstes Ziel ist es, in Einklang mit der Natur und der Welt zu leben. Doch obwohl diese Einstellung sie eng mit den Waldelfen verbindet, sind sie anders als viele von diesen nicht der Ansicht, dass man die Natur deshalb nicht verändern dürfe. Im Gegenteil glauben sie, sie selbst seien dazu bestimmt, für die Natur zu sorgen und der Erde möglichst viel Ertrag zu entlocken – jedoch nie soweit, dass die Natur dabei verletzt würde. Daher bemüht sich auch jeder Halbling um einen besonders artenreichen Garten.

 

Kender

Die Kender sind der festen Überzeugung, ihre Urahnen Vanya und Tirtjon Flinkfuß seien ein und demselben Ei einer riesigen, gottähnlichen Elster entschlüpft, die sie liebevoll Mutter Silberfuß nennen. Ihrer Meinung nach sind auch die Zwerge, Halblinge, Gnome und Kobolde auf diese Weise entstanden, womit die Kender sozusagen die jüngeren Geschwister dieser Völker wären. Durch Mutter Silberfuß erhielten sie auch die Fähigkeit, auf allerhand glitzernde und andere, interessante Gegenstände zu stoßen, um sie dann für all die anderen Wesen aufzubewahren und ihnen eines Tages zurückzugeben. Die Kender halten das für einen großen Segen. Auch ist jeder von ihnen ohne weiteres in der Lage,  seine Verwandtschaft über zehn oder mehr Ecken mit Onkel und Tante Flinkfuß zu erläutern. Bedenklich ist nur, dass diese sich von Erzählung zu Erzählung ändert...

 

 

Wirtschaft

 

Menschen

Im Allgemeinen handeln die Menschen mit allem, den meisten Handel betreiben menschliche Dörfer und Städte untereinander. Für den Ex- und Import beim Handel mit anderen Völkern sind die drei großen Städte zuständig. Die Küstenstadt handelt hauptsächlich mit den Echsen über den Seeweg, während Néfra und die Handelsstadt den Warenaustausch über den Landweg kontrollieren. Dennoch ist Néfra zugleich auch die größte Hafenstadt der Insel.

Auf dem Land gibt es riesige Viehherden, vor allem Rinder, aber auch Schafe, und es werden in großem Umfang viele verschiedene Arten von Getreide angebaut. Vereinzelt gibt es auch Weinberge, doch mangelt es den Menschen an bestimmten Obst- und Gemüsesorten, da auf ihren Feldern hauptsächlich Salat und Kartoffeln angebaut werden.

In den Städte gibt es viele unterschiedliche Handwerksberufe, da die Menschen sich mehr spezialisiert haben als andere Völker. Es gibt verbreitete Berufe wie Schmiede, Schreiner, Schuster, Töpfer und Korbmacher, aber auch ungewöhnlichere wie Glasbläser, Wappensticker, Ebenholzschnitzer und auch Alchimisten. In einigen Dörfern und größeren Städten, die an Flüssen oder dem großen See liegen, wird Papyrus angepflanzt und daraus sehr qualitätsvolles Schreibmaterial hergestellt, das auch exportiert wird, zum Teil sogar zu den Elfen. Das ganze Jahr über importieren die Menschen Salz von den Sandechsen und Holz, vor allem für ihre Schiffe. Im der Ebene der Menschen selbst gibt es kaum Wälder, außerdem scheut man sich, zu viele der ohnehin raren Bäume abzuholzen. Die Menschen glauben nämlich, dass dort ein Engel lebt, eine Tochter des Erzengels Pruyan, die es vorzog, für immer in den Wäldern der Erde zu wohnen und deren Bewohner zu beschützen.

 

Exportgüter
 
Getreide, Wein, Papyrus, Glas, Stoffe
 
Importgüter
 
Salz (von den Sandechsen), Holz (von den Orks und Waldechsen), Felle und Leder (von Orks und Trollen), Erz (von den Zwergen);
 
 
Halblinge

Die Halblinge werden oft und gern mit den Kendern unter einen Hut gesteckt, doch gerade im Bereich von Wirtschaft und Handel sind sie grundverschieden. Die Halblinge betreiben vor allem Landwirtschaft, sie sind Meister der Gartenkunst und hervorragende Bauern. Sie besitzen große Vieherden, wegen ihrer geringen Größen vor allem Ziegen. Was den Getreideanbau betrifft, so bevorzugen sie Weizen und Gerste, doch auch Roggen und Dinkel sind häufig. Auch die verschiedensten Handwerksberufe üben sie mit großer Geschicklichkeit aus, und fast alles, was sie zum Leben brauchen, fertigen sie selbst an. Besonders perfektioniert haben sie sich in der Holz- und Stoffverarbeitung. Allerdings sind sie weder am Im- noch am Export besonders interessiert, sie leben relativ abgeschieden von der übrigen Welt ein friedliches Leben. Eines der wenigen Güter, das sie importieren, ist das Salz der Sandechsen, da es in ihrem Gebiet kaum zu finden ist. Bei den Produkten, die sie exportieren, handelt es sich um Met, Dunkelbier und Rauchkraut, die auf ganz Kaefondéra für ihre hervorragende Qualität gelobt werden.

 
Kender

Die Kender betreiben keine nennenswerte Wirtschaft, da es in ihrem Volk ja nicht einmal wirkliche Berufe gibt. Zwar behaupten manche von ihnen steif und fest, sie würden Viehzucht betreiben, jedoch beschränkt sich das im Allgemeinen darauf, dass sie zwei bis höchstens fünf Tiere besitzen, die ihnen alle zwei Wochen verloren gehen und sich dann einen neuen „Hirten“ suchen. Außerdem würde es kein Kender jemals übers Herz bringen, eines dieser Tiere zu schlachten. Ansonsten finden sie alles, was sie zum Leben brauchen, in den Dörfern und Städten vor allem der Menschen und Halblinge, wo sich die meisten Kender aufhalten. Diejenigen, die in einem der wenigen Kenderdörfer leben, bauen selbst in einem Garten etwa Obst und Gemüse an – jedenfalls so lange sie dieses Haus bewohnen, was sich bei Kendern schnell ändern kann.

 

 

Wichtige Persönlichkeiten

 

Menschen

 
König Trohal IV
die amtierende Hohepriesterin Marjana
 
Kender



 
Bei den Kendern gibt es – abgesehen von ihren beiden Urahnen – nur zwei Personen, die in ihre Geschichte eingingen. Doch da die Kender keine Geschichtsschreibung betreiben, entwickelten sich daraus bald die verschiedensten Legenden und Anekdoten. Nur noch die wenigsten kennen den tatsächlichen Tatbestand. Die erste der beiden ist Tinca Katzenscheu, der es, im Jahr 326 menschlicher Zeitrechnung, als einzigem Kender überhaupt gelang, dass ein Hochelf ihr mehr als fünf Minuten lang zuhörte. Jedoch ist das Thema dieser Unterhaltung schon lange nicht mehr bekannt. Bei den Kendern machte sie sich bald als Tinca Elfenfreund einen Namen und löste eine begeisterte Euphorie aus. In der übrigen Welt wurde sie jedoch als Tinca Elfenschreck bekannt.

 

 

 

Autor der Seite: Sophia Mehrbrey
Ansprechpartner: Eva